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Kurzgefasste Darstellung der Rathausgeschichte


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Das Interieur des Rathauses - Václav Brožík – Hus 

Interior of the City Hall – Václav Brožík – Hus

das Interieur des Rathauses - MikolᚠAleš 1904  

Interior of the City Hall– M. Aleš 1904

ein Ausbauentwurf nach dem Architekten Goèár aus dem Jahr 1909 

Design of finishing of the City Hall by architect Goèár from 1909

ein Ausbauentwurf nach dem Architekten Èejka aus dem Jahr 1967  

Design of finishing of the City Hall by architect Èejka from 1967

Der Beginn der Prager Altstadt auf dem heutigen Terrainniveau, in der heutigen Disposition und auf einer Fläche von ca. 140 Hektar wird in die Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert, als ein Befestigungswerk gebaut wurde. Zu dieser Zeit gab es hier eine ältere romanische Siedlung und das bereits mit Steinhäusern. Mit dem gegenüberliegenden Moldau-Ufer, der Kleinseite, war sie bereits seit dem Jahr 1172 mit der steinernen Judithbrücke verbunden, die nach der Ehefrau des Königs Vladislav des I. genannt wurde. Die alten, örtlichen Namen wie „Na Pøíkopì“ oder „Na mùstku“,  werden auch heutzutage benutzt. Die Erhöhung des Altstadt Terrains um zwei bis drei Meter auf das heutige Niveau hing nicht nur mit dem Bau des Befestigungswerkes zusammen, wirkte aber auch als Schutzmaßnahme gegen Überschwemmungen. Die romanische Bebauung ist also auf dieser Weise in den Untergeschossen der später gebauten, gotischen Häusern erhalten geblieben.

Die Altstädter bemühten sich um die Errichtung eines Rathauses, als des Zentrums der Selbstverwaltung und des Stadtsymbols, bereits ab dem Ende des 13. Jahrhunderts in der Zeit des Königs Václav des II. Den Bau genehmigte ihnen erst der König Jan Lucemburský im Jahr 1338. In dieser Zeit kauften sie vom Krämer Wolflin od Kamene ein gotisches Eckhaus auf dem Velký rynk (der derzeitige Altstadtring / Staromìstské námìstí). Das Haus stammt aus dem Ende des 13. Jahrhunderts.  Es hat ein reichlich verziertes Portal und ein Fenster mit dem Wappen der Altstadt und des Tschechischen Königreichs. Zum Haus wurde ein 69,5 Meter hoher Prismenturm angebaut. Er wurde im J. 1364 fertig gestellt. Am Turm wurde kurz nach dem J. 1400 eine mechanische Uhr installiert, und so wurde die Voraussetzung für die Entstehung eines mechanischen Orlojs gelegt, dem Gipfel des Handwerks und der Uhrmacherei der damaligen Zeit. Die Beschaffung des damals aufwendigen mechanischen und astronomischen Werkes wurde auch ein Zeichen der Macht und des Reichtums, sowohl der Kirche als auch der Stadt. Das zu haben, was andere nicht haben, stand auf der vordersten Stelle der Bemühungen um die Repräsentation. Hier liegen vielleicht die Grundzüge der Saga über den Uhrmacher, der den Orloj baute und nachher von den Schöffen erblindet wurde, damit er kein ähnliches anderswo bauen konnte. Sie ist mit den meisten Orloj verbunden.

In den Turmkörper im ersten Stock wurde im Jahr 1381 vom Peter Parléø eine gotische Erkerkapelle eingebaut. An dem Grat des Erkers ist die Statue der sog. Altstadt Madonna. Der Erker gehört zu den schönsten Denkmälern der tschechischen Gotik überhaupt. Er ist mit den plastischen Dekorationen mit den Motiven der menschlichen Gesichter und Tiere bedeckt. Die Plastiken der tschechischen Patrone stammen aus dem 18. Jh. Den Rathausblock bilden heutzutage einige, nacheinander zum Rathaus angebundene Westhäuser. Das erste Haus hat ein dreiteiliges Renaissancefenster mit der Überschrift Praga caput regni (Prag, der Kopf des Königreichs) und ist nach dem Jahr 1526 entstanden. Hinter dem Fenster ist ein Hochzeitsaal, Hochzeiten finden im Rathaus bereits seit dem Jahr 1871 statt. Über dem Fenster ist ein großes Wappen der Prager Altstadt gemeißelt. Das weitere ist ein Haus mit der Neurenaissancefassade und zwei hohen Fenstern, die zum großen Sitzungssaal führen. Im Erdgeschoss ist ein Kreuzflur erhalten geblieben, heutzutage ein renommierter Ausstellungsraum. Im weiteren, in dem Eckhaus U kohouta, ist der romanische Erdgeschoss bereits aus der Zeit etwa um das Jahr 1200 erhalten geblieben. Die Innendisposition, dieser ursprünglich Krämerhäuser mit Gewölben und Durchfahrten aus den 13. und 14. Jh. ist in den Kellerräumen erhalten geblieben. Die derzeitige Gestalt bekam der Turm im Jahr 1807, als der Wandelgang mit dem Ausblick auf die Altstadt nachgebaut wurde. Der Rathaus-Ostflügel wurde in der Vergangenheit mehrmals umgebaut. Der historisierende Umbau aus dem 19. Jahrhundert im Geist der Wiener Architektur wurde allgemein nicht positiv angenommen, und deshalb wurde bereits im Jahr 1899 der erste architektonische Wettbewerb auf andere Lösungen ausgeschrieben.  An einem dieser Wettbewerbe nahm im Jahr 1910 auch der legendäre Architekt der tschechischen Moderne Josef Goèár teil und seine provokative Idee, wie man mit dem romanischen, gotischen, historisierenden, Renaissance- und Barockstil klar kommen kann, war originell: er schlug eine gewaltige Pyramide vor, die alles übertönen sollte...  Nichts änderte sich und dieser Flügel ist im Jahr 1945 ausgebrannt. In den 110 Jahren gab es neun Wettbewerbe mit sechshundert Entwürfen, aber die Fläche ist bis heute leer. 

In den Interieuren des Rathauses, die vor allem den repräsentativen Zwecken dienen und teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich sind, gibt es zwei große Bilder (8 x 5 Meter) von Václav Brožík (1851 -1901) mit den historischen Motiven des Meisters Jan Hus vor dem Konzil von Konstanz und mit der Wahl des Georg von Podiebrad zum Tschechischen König. Brožík war ein Vertreter der akademischen, historischen Malerei. Er wurde in ganz Europa gewürdigt und in Paris war er auch ein Mitglied des Französischen Instituts, er wurde in den Adelsstand erhoben. In Tschechien wird er zu der sog. Generation des Nationaltheaters eingeordnet. Genauso wie MikulᚠAleš, nach dessen Kartons das gotische Gewölbe des Eingangsvestibüls verziert wurde. 

Das Altstadt Rathaus ist ein der bedeutendsten Prager Denkmäler, aber auch ein historischer Mittelpunkt und ein Symbol der städtischen Prager Selbstverwaltung. Sie war das erste Organ der städtischen Selbstverwaltung im tschechischen Staat.


Text, Foto und Reproduktion: Stan. Marušák


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