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Lob des Schmiedhandwerks

kováøství ve 14. století

Der mittelalterliche Schmied war ein bedeutender und angesehener Handwerker. So war es schon seit der Antik, als die Metallverarbeitung eine Messlatte für den Entwicklungsstand der Zivilisation war. Der Schmied wurde schon immer vom Feuer, der Schmiedeesse, dem Amboss und dem charakteristischen, klingelnden, metallischen Geräusch vom Hämmern begleitet.  Auf dem Land und in den Städten war seine Haupttätigkeit das Beschlagen der Pferde und die Reparaturen alles Möglichen, was aus dem Metall war. Die Schmiede war eins der Center des gesellschaftlichen Lebens, wo sich eine Reihe von Menschen zusammen traf. Es war üblich, dass der Schmied die Zähne zog und seine Frau das Kräuterweib war.  In der Schmiede wurde täglich mit dem Feuer gearbeitet und die Schmiederei hielt man für ein geheimnisvolles Handwerk, umgeben von vielen Kulten, Mythen und Aberglauben.

Es muss erwähnt werden, dass in der Zeit der Orlojs Entstehung, d.h. im Spätmittelalter, bei der Eisenverarbeitung nicht mal das Bohren bekannt war. Im kalten Zustand konnte man das damalige weiche Eisen biegen oder feilen, alle anderen Verrichtungen mussten im heißen Zustand gemacht werden und das war die Domäne der Schmiede. Die Materialteilung und das Abschroten ist die Grundleistung des Schmiedes. Durch das Ziehen und Reckschmieden bekommt das Produkt die künftige Form. Mit dem Feuer kann man Teile zusammenschweißen und zusammenschmieden, wie z.B. Eisenring und Verstrebungen. Die Löcher musste der Schied durchschlagen und beim Verbinden von zwei Konstruktionen benutzte er geschmiedete Keile über Taschen.  Er konnte die Werkstücke auch mit dem Warmschweißen, durch das Zusammenschmieden, verbinden. Über durchgeschlagene Löcher wurden die Teile mit Nieten verbunden. So arbeitete auch der Orloj Schöpfer, der königliche Horologist Nikolaus von Kaaden. Er wurde bereits für einen Uhrmacher gehalten, aber in dieser Zeit bedeutete das auch ein Schlosser und vor alle ein Schmied zu sein. Die Professionen eines Schlossers und des Uhrmachers blieben in Tschechien bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts in einer Zunft.

Sein damaliges Werk am Orloj ist größtenteils bis heute erhalten geblieben, nach sechshundert Jahren. Die mächtige Säulenkonstruktion des Grundrahmens endet mit vier geschmiedeten Spitzen. Die horizontalen und vertikalen Stangen sind zum Rahmen über geschmiedete Löcher mit Keilen befestigt. An die ursprünglichen Säulen und Stangen wurden später weitere Werkteile und Elemente mit neuen Funktionen befestigt. Der Rahmen war ursprünglich auf der inneren Holzkonstruktion aufgestellt. Sie ist beim Brand im Jahr 1945 ausgebrannt, heutzutage ist er einbetoniert und so ist er bei der Rekonstruktion auf seinem Platz geblieben.

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odstrojený rám orloje
nátování

nýtování

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kováøský svár
kolo ekliptikydetail kola ekliptiky kolo Mìsícepøedkovaný a pilovaný zub

Ein Unikum sind die ursprünglichen, geschmiedeten Räder des Hauptwerkes. Es sind drei, für den Gang des Tierkreises (365 Zähne), der Sonne (366 Zähne) und des Mondes (379 Zähne). Die Eisenringe haben einen Durchmesser von 116 cm und eine Dicke von etwa 10 mm. Auf ihren Oberfläche sind hundertjährige Fertigungsspuren deutlich zu sehen.  Für das Verbinden wurde sowohl Warmschweißen als auch das Nieten benutzt. Teilweise verbogene und deformierte Verstrebungen sind die Spuren des Zentrierens. Die Zähne wurden zum dreieckigen Profil vorgeschmiedet und zum genauen Maß nachgefeilt. Am Innenrand des Tierkreisantriebrads ist ein Gegengewicht, weil der Tierkreisring an dem Rand des astronomischen Zifferblatts exzentrisch platziert ist und bei der Rotation muss der ganze Zusammenbau ausgewuchtet sein. 

Das heutige Schmiedehandwerk verschob sich vor allem in den Bereich der dekorativen Gitterelemente und der bildenden Kunst. So bedeutende und traditionelle Handwerker, wie die Schmiede, verdienen es schon, einen eigenen Patron zu haben. Die heutigen bekennen sich zum griechischen Feuergott Hephaistos (römische Vulkan). Es ist kein Wunder, er war der Himmelschmied. Seine Abstammung war ausgezeichnet, weil sein Vater der höchste Zeus war. Der kleine Hephaistos war unvollkommen, hässlich a schwach, so dass er sofort vom Olymp herunter geworfen wurde. Wie es schon in der Mythologie üblich ist, kümmerten sich zwei kleineren Göttinnen um ihn, sie zogen ihn auf und er lernte bei ihnen das Handwerk. Als er dann wunderschöne Schmuckstücke anfertigte, wurde er auf Olymp zurückgerufen und ihm eine „göttliche“ Werkstatt mit zwanzig Blasebalgen eingerichtet. Er hinkte zwar, aber er errichtete auf dem Olymp Paläste, herstellte den Harnisch für Achilles und Diomedes, den Hades Helm der Unsichtbarkeit, den Wagen des Helios und den beflügelten Helm und die Sandalen des Hermes. Ihm ist wahrscheinlich den Ruhm zum Kopf gestiegen und so wurde er wieder verdammt. Wie er fiel, verletzte er sich noch mehr, aber auf der Insel Lemnos wurde er wieder gesund und erneuerte sein Schmiedehandwerk. Als der Prometheus den Göttern das Feuer stiehlt und es den Menschen gab, stiehlt er es gerade dem Hephaistos. Ein Leben voll mit Aktionen, auch wenn nur mythologisches.

kováøství v 16. století

In der christlichen Hagiographie sind die Patrone der Schmiede nicht so aktiv. In Tschechien werden der Apostel Matthäus und hl. Eligius aufgeführt, dem eine Kapelle im ursprünglichen Clementinum eingeweiht wurde. Eligius lebte im 7. Jahrhundert und war vor allem ein Goldschmied und Münzmeister auf dem Hof der fränkischen Könige. Also machte er auch schöne Sachen, wie der Hephaistos. Die Legende führt auf, dass er beim Schmieden eines unruhigen Pferdes ihm den Fuß abnahm, schmiedete ihn und dann wieder aufsetzte.  Er wird mit dem Goldschmiedewerkzeug abgebildet, aber auch mit dem Amboss, Balgen und Hufeisen. Außer der Goldschmiede, Münzpräger, Plattner, Schmiede und Metallarbeiter, bekannten sich auch Tierärzte zu ihm.

Text, Foto und Reproduktion: Stan. Marušák

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